Deutsche Geschichten
Wirtschaftswunder
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Deutschland) gestaltet wurde. Im Oktober 1957 wurde das millionste Gerät angemeldet, zwei Jahre später hatte sich die Zahl der Teilnehmer verdreifacht, und 1960 verfügte ein Viertel aller Haushalte über das neue Medium.

Das Fernsehen brach nicht plötzlich in die Familien ein und verdrängte dort Eigenaktivitäten wie das Lesen oder die Hausmusik - auch wenn es manche kulturpessimistischen Kritiker so sahen. Tatsächlich ersetzte das neue Medium vor allem das Radio in der hauptsächlichen Sendezeit am Abend. Durch das Fernsehen gingen nicht die Auflagen der Illustrierten, Zeitungen, Zeitschriften und Bücher zurück, auch nicht die Besuchszahlen von Konzerten, Theateraufführungen oder Ausstellungen. Einbußen erlebten allerdings Gastwirtschaften, der Stadionbesuch beim Fußball, wenn das Spiel im Fernsehen übertragen wurde, und vor allem das Kino. Insofern verstärkte das Fernsehen die ohnehin dominierende Häuslichkeit in der Familie. Dies galt insbesondere auf dem Lande und unter Arbeitern, für die die Anschaffung des Geräts mit den größten finanziellen Anstrengungen verbunden gewesen war und denen auch sonst in ihrer Freizeit wenig attraktive Alternativen zur Verfügung standen.

Dem Radio blieb im übrigen durchaus noch ein wichtiger Platz, zumal das Fernsehen noch keine 24-Stunden-Veranstaltung war. Im letzten Drittel der fünfziger Jahre war zwar mit regionalen Programmen die vorabendliche Lücke zwischen einem in der Regel einstündigen Nachmittagsprogramm für Frauen und Kinder und der ”Tagesschau” als Beginn des Abendprogramms geschlossen worden. Aber der Vormittag, Mittag und spätere Abend waren noch weitgehend fernsehfrei. Für das abendliche Programm des ARD-Fernsehens gab es jedoch zunächst keine Konkurrenz. Die Fernsehgesellschaft hatte begonnen.

 

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