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Europa
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Ergebnissen: Sie prognostizieren etwa 120.000 bis 160.000 Zuwanderer aus den Beitrittsstaaten pro Jahr für die ersten zehn Jahre nach der EU-Erweiterung - für ganz Europa. Zum Vergleich: Zwischen 1992 und 2001 lag allein die Zahl der Zuwanderer aus aller Welt, die nur nach Deutschland kamen, bei jährlich weit über 800.000.

Viele Gründe, um auszuwandern

Betrachtet man die wirtschaftliche und soziale Situation der mittel- und osteuropäischen Beitrittsländer, wird schnell klar, wo die Migrationsangst herkommt: Schlechte soziale Absicherung, hohe Arbeitslosigkeit, geringes Einkommen - die Liste der Gründe ist lang, weshalb Menschen ihre Heimat im Osten Europas verlassen könnten. Gewiss werden sich Arbeitsuchende auf den Weg in den Westen machen, um dort ihr Glück zu finden. Doch deren Anzahl dürfte überschaubar bleiben. Darauf deuten Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit hin: Als mit Spanien, Portugal und Griechenland drei ärmere Länder der EU beitraten, blieb eine Migrationswelle in die reicheren Länder aus.
Ganz im Gegenteil: Viele, die lange vorher ausgewandert waren, gingen wieder in ihre Heimat zurück, weil sie einen wirtschaftlichen Aufschwung erwarteten. Und nach dem Fall der Mauer prophezeite man die Völker- Wanderung innerhalb Deutschlands: Von den fünf Millionen Ex-DDR-Bürgern, die laut Umfragen einen Umzug in die alte Bundesrepublik in Erwägung zogen, haben es jedoch nur zwei Millionen getan. Denn es gibt mindestens ebenso viele Gründe, um in der Heimat zu bleiben: Verbundenheit mit der eigenen Geschichte, familiäre Bindungen, Geldmangel. Vor allem ist es aber die Hoffnung auf wirtschaftlichen Aufschwung und auf neue Arbeitsplätze, die viele Menschen in den Beitrittsländern hegen. Ob zu Recht oder zu Unrecht sei dahingestellt. Auf absehbare Zeit aber ist die Erwartung stark: Die EU wird´s schon richten!

Pendler in den Grenzregionen

Die kleine Alternative zum Umzug in ein anderes Land bietet sich den Bewohnern der Grenzregionen: Pendler überqueren bereits jetzt zu Tausenden an jedem Tag die Oder, um in Deutschland beziehungsweise in Polen zu arbeiten. Ähnlich sieht es an der Grenze des Freistaats Bayern zur Tschechischen Republik aus.

Polen

Als Nachbar Deutschlands und damit der alten EU bestehen mit Polen schon länger enge wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen. Von allen Beitrittsländern besitzt Polen den größten EU-Markt. Doch Polens Wirtschaft lahmt seit Jahren: Hohe Arbeitslosigkeit, eine stockende Privatisierung und die noch andauernde Restrukturierung der Wirtschaft belasten das Wachstum des Landes.

Streit um Subventionen

Ein großes Problem bei der Integration in die Europäische Union wird die Subventionierung und Umgestaltung der Landwirtschaft sein. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der polnischen Wirtschaft. Bereits bei den Verhandlungen um einen Beitritt Polens waren Zuschüsse aus Brüssel für die Bauern ein Streitpunkt.

Störende Korruption

Schatten auf das Streben Polens nach Europa wirft die Korruption im Land. Vor allem im öffentlichen Sektor spielt sie eine große Rolle: Beamte, Ärzte, Lehrer oder Professoren - sie sitzen in gesellschaftlich wichtigen Positionen, werden aber miserabel bezahlt. So müssen sie häufig ihre Stellung nutzen, um auf andere Weise an Geld zu kommen.

Problemkind Sozialwesen

Handlungsbedarf gibt es auch noch im Sozial- und Gesundheitswesen: Zwar steht die deutsche Regierung seit einigen Jahren beratend zur Seite, aber erst 1999 wurden grundlegende Reformen eingeleitet - bisher jedoch mit wenig Erfolg.
Aus deutscher Sicht hätte ein Beitritt Polens viele Vorteile: Mehr als ein Drittel des polnischen Außenhandels wird mit Deutschland getätigt und deutsche Unternehmen sind die wichtigsten Investoren in Polen. Skeptiker jedoch befürchten eine Schwemme von Billiglohn-Arbeitern, die den Bundesländern im Osten Deutschlands noch mehr Arbeitslose bescheren könnte.

Tschechische Republik

Deutschland ist für die Tschechische Republik mit Abstand der wichtigste Handelspartner. Über 26 Prozent aller Direktinvestitionen

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