Deutsche Geschichten
Weltweite Wirtschaftskrise
Weltweite Wirtschaftskrise
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baren" Arbeitslosen bei 6,1 Millionen; rechnet man etwa 1,5 Millionen "unsichtbare" (Men-
schen, die sich aus Scham über ihre Armut nicht meldeten) hinzu, so ist tatsächlich von 7,6 Millionen Beschäftigungssuchenden auszugehen. Der Lebensstandard breiter Massen verschlechterte sich dramatisch.

Rolle Brünings

Manche Historiker sehen in Brüning den letzten Reichskanzler, der mit den ihm zu Gebote stehenden Mitteln versuchte, die Weimarer Republik durch die Weltwirtschaftskrise hindurchzusteuern. Brünings Politik lässt jedoch erkennen, dass er die Wirtschafts- und Finanzpolitik seinen außen- und innenpoli-
tischen Zielen (Aufhebung des Versailler Vertrages, autoritäre Umgestaltung des Staates, wenn nicht gar Rückkehr zur Monarchie) unterordnete. Erstes Etappenziel war die Streichung der Reparationsver-
pflichtungen. Durch eiserne Deflationspolitik wollte Brüning den Siegermächten demonstrie-
ren, dass das Reich trotz größter Anstrengun-
gen die Auflagen des Young-Plans (Zahlung der Jahresraten bei stabiler Währung und ausgeglichenem Staatshaushalt) nicht erfüllen konnte. Neuverhandlungen, so kalkulierte er, mussten dann zu einer Abschlussregelung führen.
Um dieser Ziele willen nahm Brüning die Verschärfung der Wirtschaftskrise und damit die um sich greifende soziale Verelendung in Kauf. Auch wies er alle Vorschläge zu einer aktiven Konjunkturpolitik zurück - Experten schlugen kreditfinanzierte Staatsaufträge im Umfang von etwa drei Milliarden RM vor, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln und Arbeitsplätze zu schaffen. Prompt machte sich die NSDAP diese Arbeitsbeschaffungs-
vorschläge zu Eigen und betrieb damit 1932 eine geschickte und wirkungsvolle Wahlpropaganda.

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Ernst Torgler im Reichstag 1931
Der Führer der kommunistischen Reichstagsfraktion, Ernst Torgler, prangert die mit der faschistischen Entwicklung einhergehende militärische Abschottung des Reichstages an und warnt, rückblickend durchaus visionär, vor einer zukünftigen Radikalisierung allen politischen Lebens.

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Reichstags Sitzung 1932
Die abgelaufene erste Amtszeit des Reichspräsidenten Hindenburg macht 1932 eine Reichspräsidentenwahl nötig. Um diese Wahl kommt es, wie zu allen möglichen anderen Fragen jener Zeit, im Reichstag zu turbulenten Auseinandersetzungen. Es sprechen Joseph Goebbels (1. Teil) und der Abgeordnete Ernst Lemmer (2. Teil).

Reichspräsidentenwahl 1932
Der mittlerweile 85-jährige Hindenburg stellte sich zur Wiederwahl....

Brünings Entlassung
Zum entscheidenden Konflikt kam es, als Brüning sowie Innen- und Reichswehrminister Groener dem dringenden Wunsch zahlreicher Länder (darunter Bayern ebenso wie Preußen) nachgaben und beim Reichspräsidenten ein Verbot der SA und der SS erwirkten...

Reichstagswahlen 1932
Am 31. Juli 1932 gingen mehr Bürgerinnen und Bürger zur Wahl als je zuvor (84,1 Prozent). Die SPD verlor abermals Stimmen an die KPD. Zwei Jahre Tolerierungspolitik gegenüber Brüning, der Ausschluss prominenter linker Kritiker des Parteikurses (im September 1931), die Mitwahl Hindenburgs und das Stillhalten in Preußen hatten Teile der SPD-Wählerschaft enttäuscht.

Absetzung der preußischen Regierung
Im Oktober 1932 erklärte das Gericht eine vorübergehende Einsetzung von Reichskom-missaren für zulässig, deren Beauftragung mit der Vertretung Preußens im Reichsrat hinge-gen für verfassungswidrig.

Regierung von Papen
Brünings Nachfolger wurde Franz von Papen, ein katholisch-westfälischer Adeliger, bis zum Kriegsende Berufsoffizier, seither preußischer Landtagsabgeordneter, der in der Zentrumspartei auf dem rechten (monarchistischen) Flügel stand. Als Hauptaktionär und Aufsichtsratsvorsitzender der Zentrumszeitung "Germania" sowie als Mitglied des konservativ-elitären Berliner "Herrenklubs" verfügte Papen über gute Kontakte...

Rücktritt der Regierung Papen
Am 17. November 1932 trat die Regierung Papen zurück, blieb jedoch geschäftsführend im Amt. Die politische Lage der Regierung war aussichtslos geworden. Auch der neue Reichstag würde ihr das Misstrauen aussprechen oder ihre Notverordnungen aufheben. Schließlich wurde im Kabinett ein "Kampfplan" erwogen: Auflösung

Reichskanzlerschaft Schleichers
Generalleutnant Kurt von Schleicher behielt auch als Reichskanzler das Amt des Reichswehrministers und setzte mit der Ernennung eines "Reichskommissars für Arbeitsbeschaffung" einen arbeitnehmerfreundlichen Akzent...

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Hitler im Wahlkampf 1932
"Sie können uns unterdrücken, sie können uns meinetwegen töten. Kapitulieren werden wir nicht."

Scheiternde Bündnispläne
Der Aufstieg Hitlers und der NSDAP.

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